Radtour Jagst-Kocher

Radtour Jagst-Kocher

Männerturner des TSV Neuenstadt:

  1. Radausfahrt : 4 Tage Jagst-Kocher-Radweg

– von Neuenstadt über Herbolzheim nach Heimhausen, weiter  nach Aalen und zurück über Schwäbisch Hall nach Neuenstadt

Am 25. Juni 2015 begaben sich 22 Männerturner des TSV Neuenstadt auf die jährliche, große Radausfahrt, bereits die zwanzigste. Während man bei der letztjährigen Radausfahrt in die Sächsische Schweiz und Tschechien zunächst mit dem Bus an den Ausgangsort Dresden gefahren wurde und täglich mit dem Verladen der Räder in den Bus beschäftigt war, stieg man dieses Mal bereits in Neuenstadt  (182 m über NN)  auf das Rad, sammelte in Stein und Möckmühl die restlichen Fahrer dazu und dann ging es diszipliniert hintereinander und oft zu zweit nebeneinander her fahrend der Jagst entlang flussaufwärts.

Die Radtour des ersten Tages hatte eine Strecke von 84 km.

Der Jagstradweg steigt meist nur allmählich an, so dass die 5 Radler mit normalem Herrenrad mit den 17 E-Bikern gut mithalten konnten. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir den Duft der Heuwiesen und die faszinierende Ursprünglichkeit des Jagsttals. Interessant ist  die Ortsnamenpflege: auf den Ortschildern an der Jogscht werden die Orte zweisprachig genannt, nämlich hohenlohisch und deutsch. Viele kleine Steinbrücken und Hinweise auf ehemalige Römersiedlungen zeigen an, dass das Jagsttal früh besiedelt wurde und geschichtlich interessant ist. Der erste Halt führte uns in die Klosterkirche Schöntal (Baubeginn 1716, heute prunkvoll renoviert). In Krautheim am alten Bahnhof wurde die Mittagspause eingelegt. Danach erreichten wir  über Dörzbach und Mulfingen fast unbemerkt am Tagesziel Heimhausen (285 m) vorbei, das Herrenhaus Buchenbach. Nach dem Kurzbesuch der Ausstellung „Natur, Kultur“ ging es zurück zum Hotel Jagstmühle. Diese uralte Mühle wurde vom Inhaber der Firma ebm-papst  Mulfingen GmbH & Co.KG unter Erhaltung der alten Fassadenmauern zu einem schnuckeligen Hotel und attraktiven Tagungsort umgebaut. Die Modernisierung des alten Nebengebäudes mit Umbau zu Hotelräumen steht kurz vor der Fertigstellung und ist ebenfalls sehenswert, direkt am Fluss.

Die Radtour des zweiten Tages war exakt 100 km lang.

Nach reichhaltigem Frühstück ging es am Morgen um 8:30 Uhr in Richtung Langenburg, durch Kirchberg an der Jagst nach Crailsheim.

Hier wurde in der Fußgängerzone eine kulturelle Pause eingeschoben, um die frisch renovierte Stein- und Fachwerkhäuser und die Johanneskirche aus dem 14. Jh. mit spätgotischem Hochaltar und Barockorgel zu besichtigen. Nächstes Ziel Stimpfach (420 m), Gasthaus Jagsttal. Dort war das Mittagsessen wieder vorbestellt und nach einer knappen Stunde ging es weiter durch Jagstzell, Ellwangen (Jagst) und Schwabsberg. Eine schöne Kaffeepause am Campingplatz des Stausees Rainau-Buch und die anschließende rätselhafte Radwegführung kostete Zeit, sodass als Überfahrt  zum Kocher nicht die sportliche Herausforderung mit größeren Steigungen über Lauchheim nach Unterkochen, sondern die einfachere Variante über Buch (477 m) nach Hüttingen gewählt wurde, Damit war zugleich auch der topographisch höchste Punkt der Radtour erreicht. Tagesziel war das Ramada Hotel in Aalen. Dorthin ging es erst abwärts und dann kam ein sehr  steiler Schlussanstieg, wo manchem E-Biker der Strom ausging. Vor dem Hotel parkten rund 100 BMW-Oldtimer, deren Besitzer sich an diesem Wochenende dort trafen. Dieses idyllisch am Ostalbhang gelegene Vier-Sterne-Hotel mit über 280 Betten liegt in direkter Nachbarschaft zu den Limes-Thermen, einer nach antikem Vorbild angelegten Thermalbadanlage. Durch eine große Auswahl an Essen und Getränken wurde die sportliche Tagesleistung am Abend in geselliger Runde belohnt.

Die 72 km lange Radtour des dritten Tages führte von Aalen Kocher abwärts nach Schwäbisch Hall. Zunächst radelten wir durch die ruhigen Orte Wasseralfingen, Hüttlingen, Abtsgmünd, Untergröningen, Sulzbach-Laufen nach Gaildorf-Unterrot. (328 m). Der einzige Regenschauer an diesen vier Tagen zwang uns zu einer halbstündigen Fahrpause. Danach kam der Tross aufgrund disziplinierter Fahrweise gut voran und schon war in Unterrot der Gasthof Kocherbähnle der Familie Oesterle zur Mittagspause erreicht.

Die Pause wurde zugleich genutzt, um einige „Speichenleichen“ am Leihrad eines Mitradlers zu ersetzen.

In Gaildorf reichte es noch zur kurzen Besichtigung des alten Schlosses mit großartigem Fachwerkbau und eindrucksvollem Arkadenhof. Das nächste Ziel,  Schwäbisch Hall, vor Augen, radelten wir durch die Orte Spöck, Rosengarten-Westheim, Rosengarten-Tullau (Teilstück mit 17 % Gefälle) und erreichten am späten Nachmittag den Gasthof der Metzgerei Hirsch in Hessental. Nach dem köstlichen Abendessen war ein gemütlicher Abendspaziergang zur 5 km entfernen Comburg angesagt. Dieses ehemalige Benediktinerkloster Großcomburg (1078 erwähnt) ist eine beeindruckende burgartige Anlage auf einem Umlaufberg des Kochers. Sehenswert ist die dortige, weithin sichtbare Stiftskirche St.  Nikolaus mit ihren drei Türmen. Der 420 m lange Wehrgang ist umlaufend begehbar mit weiten Ausblicken auf die umliegende Landschaft. Eigentümer dieser gut renovierten Burganlage ist heute das Land Baden-Württemberg. Hier finden seit vielen Jahren Lehrerfortbildungen statt und hörenswerte Konzerte von Klassik bis Jazz.

Die 79 km lange Radtour des vierten Tages führte von Schwäbisch Hall (350 m) Kocher abwärts über Künzelsau nach Neuenstadt. Vom Gasthof Hirsch aus ging es hinunter zum Fuß der Großcomburg, wo auf der abschüssigen Parkplatzzufahrt fünf Bodenschwellen alle  Autofahrer zwingen sollen, langsam zu fahren. Ein Mitfahrer unserer Gruppe übersah vermutlich die letzte Bodenschwelle und stürzte so schwer, dass er mit dem Sanka ins nahe Haller Diak gebracht werden musste. Zum Glück sind das linke Schlüsselbein und der linke Ellbogen mittlerweile erfolgreich operiert. Nach einer Besichtigung der Haller Innenstadt in Kleingruppen auf Rädern ging es mit noch mehr Rücksichtnahme und Disziplin als zuvor weiter vorbei an Enslingen, Braunsbach, Kocherstetten, Künzelsau bis Niedernhall (202 m). Dort wurde nach der Mittagspause der  etwa 10 m tiefe Brunnen im Gasthaus Rose (1793) besichtigt. Gegenüber steht das Götzenhaus, wo 1490 Götz von Berlichingen zur Schule ging. Durch Forchtenberg, Sindringen, Möglingen, Kochersteinsfeld gelangten wir am Spätnachmittag in Neuenstadt an und ließen diese sehr schöne, erlebnisreiche Radtour im Stadtcafé in der Helmbundstraße gemütlich ausklingen. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an die beiden Organisatoren Harald Eckert und Fritz Denninger.

 

Bild: 22 Männerturner des TSV Neuenstadt mit dem Rad unterwegs an Jagst und Kocher, hier vor dem Alten Schloss in Gaildorf (Foto von Rolf Gebhardt): A.Bauer, M. Carl, F. Denninger, H. Eckert, H. Ehnle, G. Frauer, R. Gehardt, D. Gerth, R. Hausner, K. Herdtweck, J. Hoppe, H. Müller, B. Ohrnberger, J. Prolic, J. Roth, H. Schäfter, F. Wittmann, H Zeidler, B. Krüger, M. Eckert, H. Reichert und R. Vogg.

 

Info: Neueinsteiger sind bei den Männerturnern des TSV Neuenstadt herzlich willkommen. Radfahren von April bis September: mittwochs 17:00 Uhr (Nachzügler 19:30 Uhr) Abfahrt an der Bushaltestelle Gymnasiumstraße; Gymnastik von Oktober bis März: mittwochs 19:00 Uhr. Kontakt: Martin Carl, Neuenstadt, Tel. 07139-3463.

JH

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