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Radtour durch den Südschwarzwald

TSV Neuenstadt Männer-Radsportgruppe

  1. Radausfahrt: Südschwarzwald Radweg

Rund um den Naturpark Südschwarzwald

 

Am 07.Juni 2017 begaben sich 18 Mann des TSV Neuenstadt für 4 Tage auf die jährliche große Radausfahrt.

Mit dem Bus über die A81 zum Ausgangspunkt nach Hinterzarten (893 m ü. NHN). Der Höhenluftkurort Hinterzarten war zugleich auch das Ziel der Rundtour

(276,3 Km) von 4 Tagesetappen.

 

Die erste Etappe Hinterzarten – Stühlingen hatte eine Strecke von 61,7 Km.

Nach einem gemeinsamen Frühstück radelten wir los: Dieter Gerth stets vorn und Joachim Roth am Schluss. Nach einem kräftigen Regenschauer kurz vor dem Start fuhren wir vorbei an den Bergen und Mooren des Hochschwarzwaldes, den Relikten der Eiszeit am Titisee und durch die Baar-Hochebene mit der eindrucksvollen Wutachschlucht. Nach einer rasanten Abfahrt ging es weiter entlang der Wutach und wir erreichten Stühlingen; im Landgasthof Hotel Rebstock waren wir bestens untergebracht.

 

Die zweite Etappe Stühlingen – Schwörstadt hatte eine Strecke von 70,3 Km.

Immer leicht bergab ging es vorbei an Wutöschingen, an der Einmündung Wutach / Rhein zur Hochrhein-Kreisstadt Waldshut-Tiengen. Das Fahrrad schiebend ging es durch die Kaiserstraße, zugleich Hauptstraße Waldshuts. Weiter entlang des Hochrheins, mittelalterliche Städtchen warten am Deutschen und Schweizer

Rheinufer darauf, erkundet zu werden.

Das genießerische Dahingleiten auf der schönen „Flachetappe“ die Wutach hinunter und den Hochrhein entlang erfuhr erst dort eine längere Unterbrechung, wo die mit 204 m längste gedeckte Holzbrücke Europas hinüber ins schweizerische Stein führt. Der Grund, unsere Fahrräder am Fridolinsmünster abzustellen, war aber ein Mann im roten, mittelalterliche Gewand und breitkrempigem Hut, der uns auf eine Stadtführung eigener Art mitnahm: der Trompeter von Säckingen. An sieben verschiedenen Orten stellte er in der Art eines Freilufttheaters Szenen aus dem Leben der historischen Figur des bürgerlichen Franz W. Kirchhofer und der adeligen Maria Ursula von Schönau nach, rezitierte die dazu passenden Verse aus dem 1854 erschienenen Erstlingswerk des Viktor von Scheffel und entlockte seiner Trompete die Klänge der Opernarie „Behüt‘ dich Gott, es wär so schön gewesen, behüt‘ dich Gott, es hat nicht sollen sein“. Nicht sollen sein hat die eheliche Verbindung der beiden Liebenden natürlich wegen des Standesunterschieds – aber gekriegt haben sie sich im wahren Leben des 17. Jahrhunderts wie in der freien Nacherzählung Scheffels 200 Jahre später doch. Auch wir haben mit etwas Überredungskunst zwei Säckingerinnen herumgekriegt, an den beiden Szenen mitzuwirken, wo der „Trompeter“ keinen aus unserer Männergruppe geeignet fand, „seine“ Maria bzw. Margarete lebensnah zu verkörpern.  Bad Säckingen war uns eine eindrucksvolle Begegnung mit vergangenen Zeiten, einer romantischen Liebesgeschichte und der politischen Aussage einer nach Freiheit dürstenden Zeit, die sich so auch in den Statuten des 1845 gegründeten TSV Neuenstadt findet: „Nie soll Standesunterschied auf unsere Turngesellschaft einwirken…“. (Mancher von uns mag sich beim Weiterradeln zum nahen Etappenziel Schwörstadt ins Hotel Schlossmatt nachdenklich gefragt haben, welche gesellschaftlichen Unterschiede denn heute, nochmals 150 Jahre später, auf unseren Turn- und Sportverein besser nicht einwirken sollten.)

 

Die dritte Etappe Schwörstadt – Heitersheim hatte eine Strecke von 80,5 Km.

Nach einem guten Frühstück ging es am Hochrhein weiter bis Rheinfelden, ab hier hatten wir uns für die Variante über den Dinkelberg entschieden. Auf der hügeligen Strecke war dies die erste sportliche Herausforderung, besonders für die Teilnehmer ohne E-Bike. Nach Lörrach, dem Tülinger-Berg ging der Südschwarzwald Radweg durch das idyllische Markgräflerland bis Heitersheim, in das Hotel Ox zur Übernachtung.

 

Die vierte Etappe Heitersheim – Hinterzarten hatte eine Strecke von 63,8 Km.

Heute stand die sportlichste Herausforderung an, deshalb rollten wir uns ein, bis schließlich die mediterrane Atmosphäre der Freiburger Altstadt erreicht war. Die Schwägerin von Dieter Gerth hat uns am Schwabentor empfangen und in einem Rundgang durch die Altstadt geführt. Highlight war zum Schluss die „kleine musikalische Auszeit“, zur Ruhe kommen und den Klängen der vier Münsterorgeln zu lauschen. Ab Freiburg dem Flusstal der Dreisam folgend, führte der Radweg weiter über Kirchzarten ins Zastlertal hinauf über den Rinken 1196 m zum Ausgangspunkt Hinterzarten. Ein Teil unserer Gruppe hat sich der anspruchsvollen Herausforderungen nicht gestellt, drehten am Aufstieg um oder blieben zurück in Kirchzarten.  Die Anderen (2 Mann ohne E-Bike) haben, gezeichnet von der sportlichen Herausforderung, nach Ankunft die Räder in Hinterzarten verladen und die zurückgebliebenen Kollegen in Kirchzarten abgeholt.

Das Busunternehmen Trabold aus Neuenstadt-Stein brachte uns samt Räder über die A5/A6 gegen 22.00Uhr sicher zurück nach Neuenstadt. Ein herzliches Dankeschön an den Organisator und Tourguide Dieter Gerth.

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